Bryn Shander - Ankunft

Die Gruppe fand sich nicht direkt gemeinsam - sie stolperte zusammen. Rogkar war bereits am Marktplatz bei Gorm Silberzunge, dem chaotischsten Händler der Stadt, als Luke, Haraldt und Gromsch dazustießen. Gorm verkaufte bereitwillig - außer an Haraldt. Aus welchem Grund auch immer verweigerte er ihm jede Ware, liegt es daran, dass er Ork ist oder gab es da noch mehr? Kein Kommentar, kein Angebot, einfach: nein. Haraldt wird das nicht vergessen - Gorm ebenfalls nicht.

Von dort weiter zum Nördlichen Licht, wo Rodrik beschlossen hatte, den Eingang zu bewachen, als hätte ihn jemand dafür bezahlt. Drinnen saßen Flint, Kaelen und Liora bereits bei Marta Feuerkrug - und die erste schlechte Nachricht des Abends kam sofort: Borin ist nicht hier. Er ist bereits aufgebrochen. Allein. Richtung Caer-Konig.

Runa Eisenbraue machte den Auftrag offiziell: 25 Gold pro Person, wenn Borin lebendig zurückkommt. Inga, die Schmiedin, wurde aufgesucht - Felle gegen ordentliche Winterstiefel, bevor die Gruppe in den Norden aufbricht. Vernünftig.

Weniger vernünftig: Haraldt und Gromsch fanden auf dem Weg durch die Stadt den Auril-Schrein - einen kleinen, unangenehm gut gepflegten Ort im nördlichen Stadtbezirk - und überlegten, ihn zu schändigen. Rogkar stellte sich ihnen in den Weg. Die Wintergöttin lässt sich nicht so behandeln, nicht hier, nicht von dieser Gruppe. Der Moment klärte sich. Dann: Raus in den Norden.

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Die Reise - Zeichen, Wölfe und ein fast toter Heiler

Irgendwo auf dem Weg traf es die ganze Gruppe gleichzeitig - kein Blitz, kein Lärm, nur ein stechender Schmerz direkt im Kopf, gefolgt vom Regen, der genauso plötzlich wieder weg war, wie er kam. Ein Omen. Ob es vom Ritual kam, das später in der Höhle lief, von einem planaren Riss, oder von etwas ganz anderem - niemand weiß es. Rogkar trug Liora den größten Teil des Weges huckepack. Der Norden ist für Halflings aus dem Süden kein freundliches Terrain.

Dann: Wölfe im Schneesturm, und mittendrin ein erschöpfter, verängstigter und tollpatschiger Mann im Schnee - Valdris Frostmantel, Wanderheiler. Die Wölfe wurden zerlegt. Valdris gerettet. Kurz darauf fast zu Tode geohrfeigt - von Haraldt, aus Gründen, die sich im Nachhinein nur schwer erklären lassen. Gromsch rettete Valdris zweimal innerhalb weniger Minuten, beim letzten Mal auf dem allerletzten möglichen Wurf.

Valdris hatte etwas Merkwürdiges bei sich: einen lila Stein, den ihm ein Kunde übergeben hatte - ein Gesicht, das er nicht kannte, ein Name, den er nicht nennen konnte. Bei Rogkar fühlt der Stein sich eiskalt an. Bei allen anderen: wärmend, angenehm fast. Und je weiter die Gruppe nach Norden ging, desto wärmer wurde er.

Kurz danach: am Wegrand die Leiche von Tomas Grünwald, einem Boten. Eine Schleifspur führte von ihm weg, fünfzig Meter in den Schnee - und endete im Nichts. Keine weiteren Spuren. Als die Gruppe zurückkam, war auch die Leiche weg. Nekrotische Energie hing noch in der Luft. Irgendwas hier saugt Menschen regelrecht aus - aber wie?

In einer alten Ruine wurde Lager aufgeschlagen. Ein verletzter Zwerg namens Torgin lag dort, wurde geheilt und konnte danach von einem Oger am See erzählen, und davon, dass die Zwerge früher einen Außenposten in der Gegend hatten - eine Edelsteinmine, die sie wiederbeleben wollen. Haraldt grub im Schutt und fand altes Werkzeug. Eingraviert: „Eisenfunk". Außerdem: ein erstes Stück komisch geformtes Holz, dessen Bedeutung noch unklar ist.

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Caer-Konig - Das Dorf, das den Atem anhält

Das Dorf riecht nach Angst. Valdris wurde im Gefrorenen Hecht mitsamt einem Dire Wolf und einem Wolf abgeliefert - Brannor Hammerfell, der Wirt, fragte nicht viel. Die Gruppe fragte dafür umso mehr.

Im Hecht kamen die ersten Hinweise zusammen: Jorn, Sohn des alten Fischers Marek, ist seit Wochen weg. Lichter in den Bergen nachts - kalt, flackernd, unnatürlich. Geräusche unter dem See, wie Klopfen von unten. Und Borins Spur: er ist dem Hauptpfad in den Berg gefolgt.

Elda Kaltstein, die Sprecherin, empfing die Gruppe im Rathaus und bestätigte: Der Berg. Was genau dort oben passiert, weiß sie nicht - aber sie weiß, dass es schlimm ist.

Am Steg reparierte Yrsa Nettsdottir, Jorns Freundin, Fischernetze. Noch verstört, aber sie redete: Sie hat seltsame Gestalten gesehen, nachts am See. Und sie wusste von einem zweiten Weg in die Höhle - schmaler, steiler, kürzer.

Dann öffnete sich über dem See, für einen Herzschlag lang, ein planarer Riss. Schloss sich wieder, als hätte er nie existiert. Was zurückblieb: nekromantische Rückstände in der Luft. „Irgendetwas stört die Magie hier" - „als wäre hier etwas gestorben, das nicht hätte sterben können." Die Gruppe wusste danach, dass sie es eilig haben. Die Frage bleibt: Sind die Risse ein Symptom - oder die Ursache?

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Die Höhle - Zeichen, Spalten und fast verlorene Gefährten

Die Gruppe machte sich auf den Weg durch den kleineren Pfad. Weiter oben am Berg: ein drakonisches Symbol in den Fels geritzt, von Kult-Hand, als Warnung. Kaelen betrachtete es. Erkannte es. Haraldt zerstörte es. Und leckte es ab - nicht weil jemand ihn dazu aufgefordert hätte, nicht weil es eine gute Idee war, sondern weil Kaelen manchmal einfach Kaelen ist. Der Schaden war real. Die Diagnose der Gruppe: eindeutig. War dort auch noch etwas anderes - etwas Infernales - zu sehen, das Haraldt zerstört hatte?

Liora und Rogkar fanden den schnelleren Weg - links, durch einen Pfad, den kein Auge so einfach gesehen hätte. Fußabdrücke. Aurils Eingebung. Etwas schickte sie dorthin. Sie fragten nicht, warum.

Dann der Eisspalt. Breit genug, dass ein Fehltritt das Ende bedeutet.

Rogkar und Liora kamen rüber - Rogkar wie ein Fels, Liora wie ein Pinguin, beide danach schlitternd über das Eis auf der anderen Seite. Luke und Haraldt banden sich mit einem Seil zusammen und sprangen gemeinsam. Sie kamen rüber - aber nur, weil Haraldt beide Äxte tief ins Eis schlug und sie damit aufhielt, in die Tiefe zu fallen. Kaelen und Gromsch überquerten den Spalt, als wäre er nicht da. Rodrik ebenfalls - und zog dann zusammen mit Kaelen Luke und Haraldt vollends nach oben.

Rodrik drehte sich um. Da fehlt jemand. Flint hing am Rand, die Fingerkuppen im Eis, kaum noch Halt. Er wurde hochgezogen. Knapp. Die Gruppe hat es überstanden.

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Die Käfige

Drei Käfige, nebeneinander in der Dunkelheit.

Im linken: Jorn. Zusammengekauert in der Ecke, verstört, erschöpft - aber lebendig. Der Käfig wurde aufgebrochen. Jorn ist frei.

Im mittleren: Borin war hier. Der Käfig ist leer - aber an der Wand, mit einem Stein in den Fels geritzt, kaum leserlich, als hätte er es für den schlechtesten Fall geschrieben, stehen acht kurze Zeilen. Eine für jeden:

„K - Dein Eid ist stärker als jede Kette."

„L - Die Welt ist größer als Greenhollow. Du auch."

„R - Die Ahnen sehen dich. Mach sie stolz."

„F - Stille Wasser. Tiefe Kraft."

„R - Alte Klingen rosten nicht."

„G - Pflicht und Ehre. Halt daran fest."

„L - Nicht alles lässt sich berechnen. Manches muss man einfach tun."

„H - Schwarze Zunge, klarer Kopf. Du weißt, was zählt."

Im rechten Käfig: Blut. Über den ganzen Boden, getrocknet und frisch, viel zu viel für einen einzigen Menschen. Keine Leiche.

In dem Raum fanden sich außerdem: eine Karte mit Markierungen - Orte, Routen, etwas, das sich noch nicht einordnen lässt. Und ein zweites Stück komisch geformtes Holz. Dasselbe Material, dieselbe Form - aber wie passen die beiden Stücke zusammen?

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Der Ritualraum

Die Decken gehen hoch wie in einer Kathedrale aus Eis. In der Mitte: ein Ritualkreis, aus Blut und drakonischen Symbolen in den Boden gebrannt. Aldric Voss steht mittendrin und hat bereits begonnen.

Auf zwei Opfersteinen: Pell und Brin - die vermissten Holzfäller aus Caer-Konig. Auf dem dritten Opferstein: Borin. Angeschlagen, blutend - noch lebend?

Der Kampf begann.

Rodrik griff einen Kultisten an und traf durch eine monumentale Verkettung von Pech die tragende Säule neben ihm - die zusammenbrach, den Kultisten unter sich begrub, und zwei weitere Felder in Mitleidenschaft zog. Das war kein Plan. Das war Rodrik.

Kaelen kämpfte sich durch zum dritten Opferstein und befreite Borin. Gromsch stabilisierte ihn sofort und heilte Rogkar. Der Ritualkreis, ohne sein Opfer, begann zu kollabieren. Flint und Liora gemeinsam mit Luke gaben Rückendeckung und kümmerten sich um die weiteren Kultisten und die herankommende Verstärkung.

Rogkar betrat den Kreis.

Als Ritualistin weiß sie, was das bedeutet: Wer freiwillig in einen aktiven Ritualkreis tritt, wird Teil des Opfers. Sie wusste es. Sie tat es trotzdem. Sie nahm den lila Stein in die Hand, sprach Frostbite - und fror Aldric Voss und den gesamten Kreis in einem Herzschlag ein.

Luke kämpfte währenddessen gegen etwas, das keinen Namen verdient, den man leicht ausspricht: einen Wolf mit Drachenklauen und Schuppen über dem ganzen Körper, aus reiner Beschwörungsenergie zusammengehalten. Luke brachte ihn fast zu Fall - dann löste sich das Wesen auf, als das Ritual brach und die Beschwörung keine Grundlage mehr hatte.

Die drakonischen Siegel erloschen. Die eisige Kälte, die seit Stunden in den Knochen saß, ließ spürbar nach. Zum ersten Mal seit Stunden war die Luft einfach nur kalt - nicht feindselig.

Rogkar steht eingefroren im Eis. Neben ihr: Aldric Voss. Ob es einen Weg gibt, sie da rauszuholen, weiß noch niemand.

Ihr letzter Satz, bevor das Eis sie einschloss:

„Sagt Lirok Bescheid."

Ein Kultist entkam durch den Hinterausgang. Seine letzten Worte, halb in den Sturm gerufen, bevor er in der Dunkelheit verschwand:

„Der Wyrmsprecher wird davon erfahren."

Borin lebt. Jorn lebt. Die Höhle ist still.

❄   Ende Session 000   🔥